Unter dem Begriff  "Urogenitalsystem"  werden  Nieren,  ableitende  Harnwege und Ge-
schlechtsorgane  zusammengefasst.  Dabei  sind  insbesondere Nieren und Harnblase
von  entzündlichen  Erkrankungen  betroffen.  Die  Nierenbeckenentzündung  (Pyelone-
phritis), die fast immer mit einer Entzündung des eigentlichen Nierengewebes  (Nephri-
tis) verbunden ist, ist die häufigste Erkrankung der Nieren.  Entzündungen der Harnbla-
se  (Zystitis)  werden meist durch aufsteigende Entzündungen aus der Harnröhre verur-
sacht.  Von einer Zystitis sind vor allem  Frauen sowie Männer im fortgeschrittenen Al-
ter  (oft  im  Zusammenhang mit einer gutartigen Prostatavergrößerung)  betroffen.  Als
Alternative zur herkömmlichen medikamentösen Therapie bieten sich  -  auch aufgrund
ihrer  guten Verträglichkeit  -  homöopathische Präparate wie Herniol® Injekt an.  Es ist
eines der  wenigen im Anwendungsgebiet  "akute Entzündungen der Schleimhäute der
Harn- und Geschlechtsorgane"  zugelassenen Homöopathika. Herniol® Injekt Ampullen
zur s.c.,  i.m. oder i.v. Injektion enthalten Verdünnungen von Acidum arsenicosum und
Lytta vesicatoria jeweils in der Potenzstufe Dil. D6.

Wirkungsrichtungen der in Herniol® Injekt enthaltenen Einzelmittel (Auszug)

Acidum arsenicosum  bzw.  Arsenicum album  ist ein tief wirkendes Mittel für Ent-
zündungen aller Schweregrade in allen Geweben und Organen. Gemäß Kommission D
ist  ferner seine  Wirksamkeit belegt bei schweren Infektionen,  Verschleißkrankheiten
sowie bei gutartigen und bösartigen Gewebewucherungen.  Brennende Schmerzen, die
durch  Wärme gebessert werden  sowie unlöschbarer Durst gehören zu seinen wichtig-
sten Symptomen.  Es ist  laut  Boericke  wahrscheinlich  das  beste  homöopathische
Mittel  bei chronischer Nephritis.  Genannt wird  Arsenicum album auch in Zusammen-
hang mit Brennen in Blase und Harnröhre, Harnverhaltung, Albuminurie und Hämaturie,
schmerzhaften Entzündungen der Genitale sowie Herpes genitalis.

Lytta vesicatoria / Cantharis (Spanische Fliege, Blasenkäfer) ist ein flugfähiger, sich
von  grünen Pflanzen  ernährender Käfer mit metallisch glänzenden Flügeldecken.  Bei
Berührung  durch  vermeintliche  Angreifer kommt es zum  Auftreten einer  Autohämor-
rhoe,  einer  Reflexblutung,  welche  cantharidinhaltige  Hämolymphe  abscheidet,  um
Feinde abzuwehren.

Neben  der  medizinischen Anwendung in Cantharidenpflastern ist Lytta vesicatoria ein
sehr  wichtiges homöopathisches Mittel.  Es wirkt vor allem auf die Harnorgane und ist
indiziert  bei akuten  Entzündungen  der Schleimhäute,  vor  allem  des Harn-  und Ge-
schlechtsapparates.  Brennender Schmerz und  unerträglicher  Drang zum Wasserlas-
sen sind oft charakteristisch.  Bewährt hat sich Cantharis in der Homöopathie bei aku-
ter und chronischer Zystitis, Nephritis und Gonorrhoe, ferner bei Harnröhrenentzündung
und Reizblase.  Die Fachliteratur erwähnt Cantharis auch bei Eichel-  und  Vorhautent-
zündung,  Phimose,  schmerzhaftem Priapismus (Dauererektion), Schwellung und Rö-
tung der Vulva, Eierstockentzündung (Oophoritis) und Eileiterentzündung (Adnexitis).

Die  Anwendungsgebiete leiten sich von den homöopathischen  Arzneimittelbildern ab.
Dazu gehören:  Akute Entzündungen der Schleimhäute der Harn- und Geschlechtsor-
gane.

1 Ampulle zu 2 ml (2 g) enthält -
Arzneilich wirksame Bestandteile nach Art und Menge:
Acidum arsenicosum Dil. D 6 ............................................................. 1,00 g
Lytta vesicatoria Dil. D 6 .................................................................... 1,00 g
Gemeinsam potenziert über die letzten zwei Stufen mit Wasser für Injektions-
zwecke. Sonstiger Bestandteil: Natriumchlorid

Keine bekannt.

Da für die Anwendung von  Herniol®  Injekt bei Kindern keine ausreichend dokumentier-
ten Erfahrungen vorliegen,  sollte  Herniol® Injekt bei  Kindern unter 12 Jahren nicht an-
gewendet werden
.

Ähnliches gilt auch für die  Schwangerschaft  und  Stillzeit.  Da auch hier keine ausrei-
chenden Erfahrungen vorliegen,  sollte  bei  Schwangeren  und   Stillenden  die Anwen-
dung von Herniol® Injekt nur nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.

Keine bekannt.

Allgemeiner Hinweis:
In der Homöopathie ist bekannt,  dass die Wirkung eines homöopathischen Arzneimit-
tels durch allgemein schädigende  Faktoren in der  Lebensweise und  durch  Reiz- und
Genussmittel ungünstig beinflusst werden kann.  Die  gleichzeitige  Einnahme anderer
Arzneimittel sollte hier ebenfalls berücksichtigt werden.

Die Dosierung erfolgt individuell. Zur Orientierung können folgende Angaben herangezo-
gen werden:

Bei akuten Zuständen parenteral 1 - 2 ml bis zu 3 x täglich intramuskulär, subcutan
bzw. intravenös. Bei chronischen Verlaufsformen 1 - 2 ml pro Tag i.m., s.c., oder i.v.

Die Dauer der Anwendung richtet sich nach Schwere,  Art und Verlauf der Erkrankung.
Herniol® Injekt sollte ohne ärztlichen Rat nicht über längere Zeit angewendet werden.

Keine bekannt.

Hinweis:
Bei der Einnahme eines homöopathischen  Arzneimittels können sich die vorhandenen
Beschwerden  vorübergehend  verschlimmern  (Erstverschlimmerung).

Mindesthaltbarkeit 5 Jahre.

Mischung flüssiger Verdünnungen zu Injektion,
N1- 5 Ampullen zu 2 ml, 9,90 EUR (AVP inkl. MwSt.), PZN 0072471;
N2-25 Ampullen zu 2 ml, 34,65EUR (AVP inkl. MwSt.), PZN 0073074.

Apothekenpflichtig.